Großstadt

grossstadtbbw.jpgGroßstadt I

Morgens füllt sich die Einkaufsstraße
Mit Schatten über alle Maße.
Sie spucken, ächzen, glotzen,
Stehen stramm, könnten kotzen,
Wo sie doch stürmen würden –
Wären da nicht diese Hürden.
Bald bricht los der Zorn,
Dann treten sie nach vorn,
Schritt weiter in der Schlange.
Warten schon so lange,
Von den Lippen tropft Geifer,
Gehetzt von wildem Eifer,
Hass in ihren Augen,
Wissen nicht, wen sie berauben
Predigen weiter ihren Glauben.

Großstadt II

Ein Gang durch die graue Stadt
Bei Nacht
Der Mond dunkel leuchtet matt
Dort ein fetter Klumpen Fleisch der lacht
Schöpft Kraft aus Tränen
Denn Tränen
Kann man sich hier sicher wähnen
Aus dicken Wolken fallen sie
Fallen dick und viel und fallen nie
Hängen fest hinter verschlossenen Augen
Und lassen sich nicht heraussaugen
Das Weinen in der grauen Stadt
Verboten
Und so beugen sich die Lebenden
Tief bis in die Gräber der Toten

Von Lukas Schepers und Kamil Tybel, 13.Feb’18 / Illustration von Nadja Bamberger

 

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