Ganz die Welt scheint grün

Der da schreit, betrunken
Und hasst die ganze Welt und will
Dass sie zu Grunde geht
Der da droht seine Wunden
Zu teilen mit den Teilnahmslosen
Und fluten will die Städte mit seinem Blut
Der da läuft und keine Heimat hat
Nur Scham der Heimat statt und Einsamkeit
Ihm steckt wie eine Klinge
Tief im Bauch
Der Verrückte, der Krüppel
Der die grüne Welt entblößt
Und aus ihrem Rahmen reißt
Er erkennt die Gewalt
Im Spiegel
Wo sie sich in seinen Falten bricht
Und Anderswo
Wo sie aus Fremden schweigt und spricht
Er sieht ihre Gesichter
Ihre vielen schielenden Fratzen
Er kann das bleierne Lachen
.                                                    Hören
Schlimm stehts um ihn
Der Wahrheit ist und sehen kann
Nur schlimmer stehts um die grüne Welt
Die sich für freundlich und für friedlich hält
Und die Gewalt, die ihn gewalttätig gemacht hat
Nicht sieht
Selbst Gewalt geworden ist


Text und Foto von Kamil Tybel, 17. Feb’19

Welt grün.jpg


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