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Nous ist eine Gruppe von Schriftstellern, die es sich zu Aufgabe gemacht hat, neue Literatur zu schreiben. Das Neue erhebt sich aus dem Alten, wie das Alte im Neuen versinkt. Wir wollen das Vergangene im Gegenwärtigen aufheben und an dem Stoff im Webstuhl der Geschichte anknüpfen.
Wir schreiben, um die weltmachenden menschlichen Verhältnisse, die im täglichen Leben im Schein der Unveränderlichkeit uns gegenübertreten, erkennbar zu machen und als veränderlich zu überführen. Wir schreiben, damit der Körper dem Körper zurückgeführt und das Bewusstsein erraten wird als nichts anderes als das bewusste Sein. Wir schreiben, um die Seele Gott oder anderen Mystizismen zu entreißen und sie dem Menschen wieder einzuverleiben. Wir schreiben, erkenntlich zu machen, nach welchen Kräften sich der Einzelne in der Gesellschaft verhält, damit das Leben handhabbar wird und weniger ausweglos. Wir schreiben nicht, um falsche Gefühle zu wecken, wir schreiben, Gefühle ins Verhältnis zu setzen zur Wirklichkeit zum Zwecke einer Wirklichkeit der Gefühle. Wir schreiben, um das Ensemble gesellschaftlicher Verhältnisse zu Papier zu bringen und dem Haus, an dem alle bauen, den Namen zu geben.
Die Kunst bricht die Wirklichkeit in der Lüge, den Menschen in der Nachahmung des Menschen, sie bricht die gemachte Welt in der wiedergemachten Welt Kunst. Hier erkennen wir das Verhältnis und Potenzial eines jeden Kunstwerks. Mit anderen Worten: Es gibt keine Kunst, die bloß individuell ist, keine, die nicht über sich hinaus in die Welt greift, aus der sie stammt und keine Kunst, die frei von den Einflüssen von eben jener steht.
Die Kunst ist nicht frei, das muss sie wissen, will sie befreiend sein.