Im Flur liegt das Weiß,
schläft nicht,
atmet im Neon–
geronnenes Licht.
Sein Gang – ein Schatten,
auf Fensterglas gezeichnet.
Die Uhren stottern
mit jedem Schritt.
Er trägt
die Stille wie ein Hemd,
blutig vom Flüstern.
Es tropft
nicht laut.
Im Zimmer sie –
Augen aus Asche,
die Kinder mit Namen aus Wind:
Lina, Amos, Jo.
Sie kommen
nicht klagend,
nicht lachend –
nur da.
Ihre Finger
streifen sein Handgelenk,
als wollten sie Fieber messen
am Schuldpuls.
Er zählt sie nicht mehr.
Zählt nur
das Klopfen
hinter der Rippe,
ein zu früh gegangenes Herz.
Der Morgen
reißt nicht auf –
er bleicht.
Ein Laken,
faltig vom Schlaf der Toten.
Und er?
Bindet sich neu
den Tag um die Stirn,
weiß
und wund.
von Erwin Deumer, 19. Februar 2025
Illustration von Katharina Schaaf

