Taschenbuch #10

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Im Gefängnis zu singen ist nicht leicht. Jeder Traum ist eine Befürchtung und die Geschichte lehrt: Träume, die kein Ende nehmen, werden bald wahr. Beim Wegschauen können wir uns selbst nicht zusehen. Das Öl auf dem Wasser ist schön. Der Schmutz der Welt fragt nach seinem Gegenteil. Von Zeit zu Zeit sucht jeder bei Nacht ein Asyl, denn wer morgens das Haus verlässt, der kehrt abends mit Wunden zurück. Die Besiegten brauchen einander. Ein Ratschlag kann ein Hammer sein und ein Kind verarmt, noch ehe es geboren ist. Ein Abgrund ist auch ein Weg. Es braucht Geduld ihn zu gehen. Und Mut. Das Meer zum Beispiel ist ein solcher Weg.
Literatur ist ein Spiegel der Wirklichkeit mit tausend Brüchen. Ihre Bedeutung liegt außerhalb von ihr. Sie ist ein Sturz in die Welt. Wie groß der Spiegel ist, wie klar, wie vielfältig, wie tief und weit, hängt von der Qualität der Literatur ab und von ihrem Selbstverständnis. Wir möchten unser kleines Jubiläum zum Anlass nehmen, den Untertitel von nous neu anzupassen. Dazu hat Mesut ein Essay verfasst: „Warum konfrontative Literatur“.


Pressestimmen zur 10. Ausgabe:

„In der neuesten Ausgabe fordert Mesut Bayraktar, „Kulturindustrie und falschem Frieden Gegenkultur und Gegengeschichte“ entgegenzusetzen – etwa den zerschundenen Körper seines Vaters nach jahrzehntelanger Fließbandarbeit: „Konkrete Utopie ist nicht utopistisch.“ Lasst sie uns Stück für Stück in die Gesellschaft weben!“ – Von Eva Tepest und Lynn Takeo Musiol in der taz im Artikel »Sehnsucht nach der Platte« (10.06.2020)

„Zwischen Altgriechisch und Deutsch liegt meist eine unwegsame Transportstrecke. Aber müsste man das Wort „Nous“ übertragen, man könnte sich für „Vernunft“ entscheiden.“ – Ken Merten in Unsere Zeit vom 6. März 2020 

„Eine Ästhetik des Widerstands muss Auseinandersetzungen forcieren, meint das Autorenkollektiv der Zeitschirft Nous. Mit der zehnten Ausgabe wurde daher der Untertitel angepasst. 190 Seiten »konfrontative Literatur«, die nicht gefällig sein, sondern die Verhältnisse fundamental angreifen soll.“ – Beifall der Redaktion von Melodie & Rhytmus in der Ausgabe vom 2. Quartal 2020

„Konfrontative oder politische Literatur soll, wie das Kollektiv schreibt, den Kampf gegen diese Ungerechtigkeit aufnehmen, die den Vätern – und mit ihnen auch den Frauen, den Migrant*innen und allen anderen Entrechteten – widerfahren ist; die sie entfremdet, ausgebeutet und vergessen hat. Mit erhobenem Stift wollen sie sich wehren, anklagen, aufzeigen – konfrontieren.“ – Von Maja Tschumi in kritisch-lesen.de Ausgabe Nr. 55, 14. April 2020

 

Inhalt:

  • Erscheinung im Spiegel

    198 Seiten Erzählungen und Gedichte von Svenja Hauerstein, Daniel Polzin, Kamil Tybel, Mesut Bayrakter, Andrej Bill, Lukas Schepers und Matthias Rude

————-FORMULIEREN————-

  • Wörter
  • Es ist stickig drinnen
  • Krakau
  • Praxis der Poesie

————-SUCHEN————-

  • Lost Paradise
  • Bibliothek des Bodens
  • Erinnerung an einen Unbelehrten
  • Geburt einer Stadt

————-VERBUNDEN————-

  • Durch Dich
  • Sonnenwärts Schwimmen
  • Nachtasyl

————-GESPALTEN————-

  • Aus dem Körper
  • Holly Wood
  • Besiegte
  • Diamantenmädchen
  • Weg in die Freiheit
  • Schlechte Zeiten

————-SAMMELN————-

  • Am Rand des Abgrunds
  • Die alte Frau und das Meer
  • Windkescher
  • Grenzen der Sprache

————-UNTERGEHEN————-

  • An mein ungeborenes Kind
  • Wüstentod
  • Losgelassenes Festhalten
  • Das Ende
  • Lob der Schönheit

————-Nachwort————-

  • Warum konfrontative Literatur

 

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