Wanderer über dem Meer

 

Eine leichte Brise Meeresluft
streichelt zärtlich meine Wangen
und erfüllt mich mit salzigem Duft
den ich einsauge, bis er vergangen.

Der nächste Schwung erreicht mich bald
seit Wochen bereist er schon das Meer
er ist da, mild und doch verliere ich den Halt
denn mein Inneres bleibt diesmal leer.

Schaue runter auf die See, so tief und blau
wartend, denn begreife es besser bei Nacht
wenn sein zyklisch Geräusch und seine Schwärze stellt zur Schau:
stets ist da was, von mir unerforscht und unbedacht.

Auch den Himmel verstehe ich erst in seiner Dunkelheit
fast regungslos steht er da, verziert durch Sterne
ob mein Ort auch als Stern entgegenscheint
in das Angesicht eines Aufblickenden, in weiter Ferne?

In ewiger Bewegung wird es wieder Tag
das Meer und der Himmel erhellen sich
und wie das Dunkle in der Morgenröte verblassen mag
lässt die aufklärende Endlosigkeit meinen Verstand im stich.

Denn Meer und Himmel geben sich die Hände
und umarmen sich, blau auf blau
und wo blau auf blau trifft, gibt’s kein Anfang und kein Ende
haltlos werden meine Fragen und ungenau.

Eben noch in Bewunderung für die Mannigfaltigkeit
verschwimmt nun alles und dreht sich herum
denn gewahr werde ich dem Warten in Ewigkeit
auf die erhoffte Auskunft über das Warum.

Tragisch! Ich werde zornig und schreie sie an!
Fordere Antwort von Meer und Himmel. Nun,
doch sie beide vertrösten mich schweigend auf irgendwann
und hinterlassen mich meinen Gedanken und meinem Tun.

Von Andreas Bill, 5.Jan’17 / Illustration von Lukas Schepers
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