Staub

Droben auf der grünen Erde,
gemeinsam einsam zu zweit,
da lagen wir schweigsam ohn‘ Beschwerde
und blickten ins schweifend Blaue leidbefreit.

Das dichtwüchsige Gras war sonnensatt,
Von Ferne wirbelten Sommerblüten herbei mit dem Wind,
Unterm Schatten der Baumkrone, da zischte das Eichenblatt,
Ja, so zerrann das Leben zeitlos, still, geschwind.

Sie küsste mich damals zart, ganz gekonnt,
Und jäh schmerzte mich innerlich, dass alles verweht.
Denn – ich wusste – aus Staub kommt,
was im laubigen Staube zergeht.

Dereinst, oben auf der moorigen Erde,
ja – zweisam vereinzelt allein,
da versanken wir geruhsam ohn‘ Gefährte,
im fahlen Morast, leidend, Staub zu sein.

Von Mesut Bayraktar, 21.Juni’16
Illustration von Priska Engelhardt

Illustration zu Staub


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