Eine Insel in der Stadt

Zwei Meuten steh’n von Angesicht zu Angesicht,
Durchmischt aus Ober- und der Unterschicht.
Sie alle hoffen auf den Moment,
Während doch die Zeit so rennt.

Sie spucken, ächzen, glotzen
Stehen stramm, könnten kotzen,
Weil sie doch stürmen würden –
Wären da nicht diese Hürden.

Bald bricht endlich los der Zorn
Und dann treten sie nach vorn.
Breite Schultern, breite Brust,
Jetzt entladen sie ihr’n Frust.

Aus dem Mund schäumt der Geifer,
Gescheucht sind sie von wildem Eifer.
Hasserfüllt sind ihre Blicke,
Gleich ist’s so weit: es regnet Tritte.

Sie hauen, stechen, rempeln, schimpfen,
Gegen diese Pest kann man nicht impfen,
Wünschen ihrem Feind den Tod,
Dann wird die Ampel wieder rot.

Text und Illustration von Lukas Schepers, 13.Juni’17 

Ampel

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