Der Mond

Die Perle der Nacht
Alles schläft, nur du wachst.
Der Mond …

Eine Perle, weiß wie Schnee
Über des Menschen Haupt‘ sich dreht;
Wacht mit Lampion über uns einsame Erdenkinder
Behutsam, gleichmütig, dichterisch als Traumbringer.
Doch auch mysteriös, wie undurchschaubar Geheimes,
Waltet er in dunkler, finsterer Masse zum Wohlwollen unseres Heimes.
O, Mond, so unnahbar poetisch
So seelenverwandt zärtlich
So meines tränenden Herzens ähnlich betrüblich
und traurig, scheinst du
mit deinem milchig-mattem Gnadenstrahl
durchdringend den kühlen Himmel, gleichsam tiefen Tal
und flüsterst, Mond, in dieser liebessehnsüchtigen Nacht mir zu:
Habe keine Angst, mein Lampion weist dir dein‘ Pfad.


Aus der 6. Ausgabe / Von Mesut Bayraktar, 5.Juli’16 / Illustration von Priska Engelhardt


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